Web Design Trends 2025

Der Jahreswechsel steht bevor. Wir schauen zurück und damit nach vorn. Was waren die Webdesign-Trends 2025; was bleibt Modeerscheinung und was kommt als neuer Standard mit ins neue Jahr? Dazu: was sind eigentlich Trends und wie sieht der richtige Umgang damit im Webdesign aus?
Wie entstehen Trends?
Um Trends im Webdesign sowie den Umgang mit diesen zu verstehen, hilft es, sich grundsätzlich klarzumachen: was genau ist eigentlich ein Trend?
Trends sind immer ein Produkt Ihrer Zeit. Sie sind Ausdruck von aktuellen Entwicklungen verschiedenster Lebensbereiche: Politik, Wirtschaft, Kultur, Kunst, Zeitgeist usw. . Trends können diese Strömungen wiedergeben, reproduzieren und somit festigen, oder auch einen Gegenpol, gar eine Ausflucht aus diesen Entwicklungen bieten.
In unruhigen Zeiten z.B. suchen viele von uns Pole der Ruhe und Klarheit.
Wer das abbilden kann, gewinnt. Beobachten können wir das ganz deutlich z.B. in Kleidung, Kunst, Architektur, Musik; aber eben auch im Webdesign.
Wer den Kern der Trends versteht, kann diese im Webdesign in eine Nutzererfahrung umwandeln, welche die Fragen und Bedürfnisse der Anwender und der Zeit spiegeln und beantworten.
Trends immer mitmachen?
Heißt das, Webdesign-Trends immer mitmachen, um relevant zu bleiben?
Wer Trends zu lange ignoriert, läuft Gefahr, an Relevanz und Anschluss zu verlieren.
Zugrunde liegen sollte aber immer die Frage: Wer bin ich und was will ich Kunden und Nutzern gegenüber ausdrücken und darstellen?
Passt ein Trend dazu, kann die Nutzerfahrung oft bereichert werden. Passt ein Trend allerdings nicht dazu, sollte er auch nicht nur des Trends wegen mitgemacht werden.
Die Fahrt zum richtigen Ziel ist wichtiger als im schönsten Zug zu sitzen.
Unsere Webdesign Trends 2025
Mit dieser Haltung im Gepäck können wir nun auch unsere Webdesign-Trends 2025 betrachten und einordnen. Da die Zahl potenzieller Webdesign-Trends endlos scheint, konzentrieren wir uns in diesem Fall nur auf Webdesign-Trends, die für uns besondere Relevanz hatten und haben werden.
Entweder, weil sie sich vom Trend zum Standard gemausert haben, oder wir sie selbst immer wieder angewandt haben und werden.
Gestern Trend, heute Standard
Der Ritterschlag für jeden Trend: der Übergang zum Standard. Was vor wenigen Jahren oder auch Monaten noch als Trend im Webdesign betrachtet werden musste, gilt heute teilweise als Standard.
Besonders auffällig: insbesondere Trends, welche die Nutzerinteraktion einfacher, zugänglicher oder schneller gestalten, schaffen häufig den Sprung von der Modeerscheinung zum Standard.
Für Anwender gehen diese neuen Standards schnell in die grundsätzliche Erwartungshaltung an ihre Nutzererfahrung über. Wer es demnach nicht schafft, diese neuen Standards zu implementieren, droht Nutzererwartungen mittel- bis langfristig nicht erfüllen zu können.
Responsive Design
Responsive Design ist sicherlich nicht erst 2025 zum Standard geworden; aber der unmittelbare Ausdruck davon, wie einstige Trends zum Standard und in die Erwartungshaltung der Nutzer übergehen. Kompakt ausgedrückt ist Responsive Design Webdesign, dass sich an das Gerät des Nutzers anpasst. In den vergangenen 15-20 Jahren wurde dieser Trend durch die starke medienkonvergente Entwicklung, ausgelöst durch das Smartphone, zum Standard. Medienkonvergenz heißt, eine funktionelle und inhaltliche Verschmelzung ursprünglich vieler verschiedener Geräte und Medienformate in einem Gerät, in diesem Fall das Smartphone.
Der Trend ist hier klar: immer mehr Anwendungsfälle wandern von Desktop zu mobil, dementsprechend wird auch immer häufiger der Mobile-First-Ansatz verfolgt.

Adaptive Themes
Ein Trend bzw. Standard zwischen Ästhetik und Komfort. Adaptive Themes gewähren Nutzern Freiheit und Individualisierung. Eine Art „Mitgestaltung“ des eigenen Nutzererlebnisses. Das schafft Raum für eine höhere Identifikation zwischen Nutzer und Anwendung. Besonders prägnant sind hier in den vergangenen Jahren Dark Modes, Light Modes und Soft Modes, aber auch spezielle Kontrastmodi, um ein komfortableres und zugängliches Nutzererlebnis zu bieten.

Barrierefreiheit
Der Aspekt Zugänglichkeit bildet sich auch unmittelbar im nächsten standardgewordenen Trend ab, der Barrierefreiheit. Also Webdesign, dass für Menschen mit Einschränkungen Zugänglichkeit schafft. Ein Standard, der inzwischen sogar durch Politik und Gesetzgebung vorangetrieben wird. Ein schönes Beispiel dafür, wie kulturelle und soziale Motive auch im Webdesign Einzug erhalten.
Eine solche Rückendeckung bzw. ein „Standard-werden“ müssen sich Trends in der Regel aber erstmal verdienen. Nun schauen wir auf Trends, die das Potenzial dazu, also zum zukünftigen Standard haben.

Aesthetic based trends
Bei diesen Web-Trends liegt die Betonung auf Design.
Bold Ästhetik
Klar. Laut. Überzeugt. Kompromisslos. Das ist Bold-Ästhetik. Insbesondere in der Kreativ-Branche kratzt dieser Trend am Standard. Mit der Bold-Ästhetik wird eine klare Haltung signalisiert, die gehört werden soll und für die eingestanden wird. Ideal für Unternehmen, die Nutzer oder Kunden haben, welche eine klare Direktive und Sichtbarkeit suchen oder missen.
Gleichzeitig kann die Bold-Ästhetik aufdringlich und reißerisch anmuten. In sensibleren Branchen wie z.B. Medizin, Finanzen, Versicherungen kann dieser Boulevard-Charakter hingegen unseriös wirken und das Vertrauen stören.

Grid Play
Ähnlich verhält es sich mit dem Grid Play Trend. Ein Trend zum Ausdruck von Kreativität und dem spielerischen Durchbrechen von Mustern. Passend, wenn frische und kreative Perspektiven gesucht sind, unpassend, wenn eine klare Auskunft gewünscht ist, etwa von einer Behörde.

Performance based Trends
Trends, die eine schnellere, einfachere und komfortablere Nutzererfahrung bieten können.
Anhand der standardgewordenen Trends, wurde deren besonderes Potenzial bereits sichtbar.
Lazy Loading & Skeleton Loading
Zwei Trends, die sich den Hürden der Ladevorgänge verschreiben. Lazy Loading sorgt für ein flüssigeres und schnelleres Nutzererlebnis, indem Inhalte erst dann geladen werden, wenn sie auch sichtbar werden. Skeleton Loading beschleunigt zwar nicht den Ladeprozess per se, durch die schemenhafte Abbildung der Website wird dem Nutzer jedoch direkt suggeriert, dass der Ladeprozess im Gang ist und eine Orientierung für die zu erwartenden Inhalte geboten.
Diese Trends können dazu beitragen, dass auch Anwender mit älterer Technik und/oder schwacher Netzanbindung ein flüssiges und angenehmes Nutzererlebnis haben können.

Was lernen wir aus den Webdesign Trends 2025?
Bei unseren Trends lassen sich zwei übergeordnete Dimensionen feststellen.
Trends, um die Anwendung für Nutzer einfacher, zugänglicher und komfortabler zu gestalten und die Trends, die vor allem auf den „Look-and-Feel“ einer Website einzahlen und damit auf die Persönlichkeit einer Marke, Institution oder eines Unternehmens.
Trends, die es schaffen, das Nutzererlebnis angenehmer und einfacher zu gestalten, bahnen sich häufig den Weg zum Standard. Diese müssen branchenunabhängig beachtet werden, möchte man den Anschluss nicht verlieren.
Trends, die primär die Ästhetik und Persönlichkeit eines Webauftritts beeinflussen, sollten sorgfältig auf die eigenen Ziele abgestimmt sein.
Wir sind gespannt, welche Webdesign-Trends und neuen Standards 2026 bereithält.

