75 Prozent der KI-Zitate auf LinkedIn stammen aus Personenprofilen

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75 Prozent der LinkedIn-Zitate in KI-Antworten stammen aus Personenprofilen. Nur 25 Prozent kommen von Unternehmensseiten. Das besagt eine neue Studie von LinkedIn und Meltwater. Dafür wurden 9,5 Millionen KI-Zitate aus sechs großen KI-Plattformen ausgewertet.
Heißt das jetzt, dass alle Mitarbeitenden zu Corporate Influencern werden und ihren halben Arbeitstag mit dem Schreiben von LinkedIn-Beiträgen verbringen müssen? Definitiv nicht. Aber die Zahl zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel aus Marke, Unternehmensseite und persönlichen Profilen inzwischen ist.
Die LinkedIn-Unternehmensseite bleibt wichtig
Eine Unternehmensseite auf LinkedIn schafft den Rahmen für die Marke. Sie zeigt, wofür ein Unternehmen steht, welche Leistungen es anbietet und welche Themen zu ihm gehören.
Auch Referenzen, Kundenstimmen und weitere Vertrauenssignale gehören dorthin. Wer nach einem Unternehmen sucht, erwartet dort verlässliche Informationen. Das gilt für potenzielle Kunden genauso wie für Bewerber und Geschäftspartner.
Die Company Page ist also keineswegs überflüssig. Sie ist die offizielle Adresse der Marke. Aber sie kann nicht alles leisten.
Das wichtigste Wissen sitzt oft nicht im Marketing
Gerade im Mittelstand kennen die Menschen aus der Geschäftsleitung, der Fachabteilung, der Projektleitung oder der Kundenberatung die echten Fragen am besten.
Sie wissen,
- woran Projekte in der Praxis scheitern
- welche Lösungen sich wirklich bewährt haben
- welche Fragen Kunden vor einer Entscheidung stellen
- worauf es bei Qualität und Umsetzung ankommt
- was das eigene Unternehmen anders macht als andere
Dieses Wissen ist wertvoll. Es macht eine Marke greifbar und unterscheidbar. Oft bleibt es trotzdem unsichtbar. Die Hürde zum Posten ist zu groß, Social-Media-Wissen oder die Zeit fehlen. Oder weil unklar ist, wie aus Fachwissen ein guter Beitrag wird.
Menschen schaffen Vertrauen und Kontext
Wenn Experten aus ihrem Arbeitsalltag berichten, bekommt eine Marke ein Gesicht. Ihre Aussagen schaffen Kontext und persönliche Glaubwürdigkeit. Ein Beitrag aus der Praxis wirkt anders als eine allgemeine Leistungsbeschreibung. Er zeigt nicht nur, was ein Unternehmen anbietet. Er zeigt, wie dort gedacht, gearbeitet und entschieden wird.
Dafür muss niemand zum Influencer werden. Ein bis zwei glaubwürdige Markenbotschafter reichen oft aus, wenn sie regelmäßig relevante Themen bespielen und dabei in ihrer eigenen Sprache bleiben. Das Marketing oder eine gute Agentur kann dabei unterstützen. Nicht, indem sie den Menschen eine künstliche Rolle überstülpt. Sondern indem sie Themen strukturiert, Fragen aus der Zielgruppe sammelt und aus echtem Wissen gute Inhalte entwickelt.
Social Media darf wieder sozial werden
Guter Content allein reicht nicht immer. Es geht auch um den Austausch danach. Bei einem unserer Kunden entstehen durch guten Content und aktives Community Management regelmäßig Anfragen über Instagram. Weil Menschen Fragen stellen, Antworten bekommen und Vertrauen aufbauen.
Das ist die menschliche Komponente von Social Media. Sie funktioniert auch im B2B.
Tanja Mirlieb, Leitung Digitalmarketing
Die Marke muss über alle Kanäle erkennbar bleiben
Persönliche Beiträge wirken besonders gut, wenn sie zur Marke passen. Dafür müssen Website, Unternehmensseite und persönliche Profile nicht gleich klingen. Sie sollten aber dasselbe Gesamtbild vermitteln.
Leistungen, Referenzen, Themen und Vertrauenssignale müssen zusammenpassen. Die Website liefert die Fakten. Die Unternehmensseite gibt Orientierung. Die Menschen im Unternehmen zeigen Erfahrung, Haltung und Persönlichkeit. So entsteht ein glaubwürdiges Bild der Marke für potenzielle Kunden, Bewerber und zunehmend auch für KI-Systeme. Denn KI Systeme greifen bevorzugt auf Inhalte zurück, die fachlich relevant, konkret und gut strukturiert sind. Die LinkedIn- und Meltwater-Studie zeigt außerdem, dass eigene und aktuelle Inhalte besonders häufig zitiert werden.
Was Unternehmen jetzt prüfen sollten
Sie müssen nicht sofort ein großes Markenbotschafterprogramm starten. Stellen Sie sich zuerst diese Fragen:
- Welche Fragen stellen Kunden immer wieder?
- Wer im Unternehmen kann sie aus eigener Erfahrung beantworten?
- Welche Themen machen unsere Expertise sichtbar?
- Sind diese Themen auf unserer Website und auf LinkedIn erkennbar?
- Passen unsere Aussagen, Referenzen und Vertrauenssignale über alle Kanäle zusammen?
Die entscheidende Frage lautet also nicht nur, ob Ihr Unternehmen auf LinkedIn aktiv ist. Wer aus Ihrem Unternehmen beantwortet dort die Fragen, die Ihre Kunden wirklich haben? Und ermöglicht damit einen echten Austausch à la Social Media?
Lassen Sie sich gerne von uns beraten, wie Markenbotschafter und authentische Erfahrungen aus dem Unternehmen zu Ihrem Content-Strategie passen. Jetzt Kontakt aufnehmen.
Quelle
Die Zahlen stammen aus der Studie „How LinkedIn Content Wins in AI Search“ von LinkedIn und Meltwater. Dafür wurden 9,5 Millionen KI Zitate aus sechs großen KI Plattformen ausgewertet.
Zur Studie von LinkedIn und Meltwater
Beitrag geschrieben von:
Tanja Mirlieb, Leitung Digitalmarketing

